Die Triade der Gesundheit

Im Mittelpunkt einer kinesiologischen Behandlung steht der/die Klientin und die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen. George Goodheart benennt diese mit der Triade der Gesundheit.

In der Kinesiologie gehen wir davon aus, dass der Mensch Ungleichgewichte in einem oder mehreren Teilen der Triade haben kann.

Die einzelnen Schenkeln (Struktur, Biochemie, Psyche) des Dreiecks beeinflussen sich gegenseitig.

Beispiel: Ich habe ein unangenehmes Gespräch vor mir (emotional). Ich bekomme schwitzige Hände (biochemisch), alles spannt sich an (strukturell) und mein Denken sagt mir, dass ich mit dieser Person nie den Rank finden werde (mental)).

Ich spüre Angst, in diesem Gespräch schon wieder zu versagen (emotional). Bei den Gedanken an dieses Gespräch bekomme ich Kopfschmerzen (strukturell) und meine Verdauung spielt verrückt (biochemisch).

 

  1. Struktur (Beschwerden und Fehlstellungen im gesamten Bewegungsapparat, Knochen, Muskeln, Faszien, Bänder, Sehnen)    Hier körperorientierte Methoden wie viele Muskeltests, osteopatische, craniosacrale, physiotherapeutische oder chiropraktische Techniken zum Einsatz), Ängste, Unfälle, störende Verhaltensmuster und Sabotageprogramme) Hier kommen NLP, Bildveränderung, Bachblüten, Homöopathie, Essenzen, psychologische Kurzeitberatung mit div. Integrationstechniken, Tree in One, spezielle Übungen usw. . zum Einsatz)
  2. Biochemie (Beschwerden welche sich im Verdauungs-Stoffwechselsystem und so im Blutkreislauf, den Organen, im Hormonhaushalt... welche über Toxische Belastungen zu Allergien und Unverträglichkeiten, auch
  3. Psyche (Beschwerden wie Stress, Traumen Stimmungsschwankungen, Müdigkeit und andere Probleme. führen kann) Hier kommen Ausleitverfahren, Pythotherapie, Orthomolekurlarmedizin, Schüssler Salze, Homöopathie. Ernährung... zum Einsatz. 

Das Setting wird mit den energetischen Ausgleichs- und Integrationsmöglichkeiten wie (Frequenzen, Farben, Klänge, Bach- und Buschblüten. Akupressur, Reflexpunkte und weitere) balanciert.

Je nach Weiterbildungs-Werkzeugkoffer und Kombinationsmöglichkeiten kann zur Basiskinesiologie (Kinesuisse) eine Behandlung und der Ablauf einer Kinesiologiesitzung von TherapeutIn zu Therapeutin etwas anders ausfallen.  Die Grundhaltung und Ziele bleiben die selben.

Die Systeme sind miteinander verbunden. Gerät eines dieser Systeme ( Biochemie, Eotional-Mental oder Struktur) aus der Balance, wirkt es sich früher oder später automatisch auf ein anderes aus. Keines der Systeme kann ohne das andere nicht existieren..

Jedes gesundheitliche Problem ist mit der Sichtweise des Gesundheitsdreiecks zu betrachten. Nach Goodhard sind ursprünglich 5 Systeme welche mit solchen Störungen zu tun haben können zu berücksichtigen:

  • das Nervensystem
  • das lymphatische System
  • das vaskuläre Syste
  • das craniosacrale System als Regulator und Produktionsstätte der Flüssigkeit welche das Gehirn und das Rückenmark umgibt (Liquor) und
  • das Meridiansystem (Akupunkturpunkte der TCM).



Das Menschenbild der Kinesiologie
basiert auf der Grundidee der Triade der Gesundheit, der Vorstellung eines Organismus als Einheit der drei Aspekte Struktur, Biochemie und Psyche. Damit verbunden ist die Vorstellung einer angeborenen Intelligenz, welche die Prozesse in diesem dreigliedrigen System steuert. Das System als Ganzes beinhaltet somit auch das Wissen um die Selbstregulation. Ergänzt wird dieses Menschenbild durch Aspekte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), namentlich der Lehre des Chi mit dem polaren Prinzip von Yin und Yang, den Fünf Wandlungsphasen und dem Modell der Funktionskreise (Meridiane).

Der Ansatz der TCM ermöglicht es, körperliche, seelische und geistige Erscheinungen als Ausdruck eines bestimmten energetischen Musters zu verstehen, welches durch die Gesamtheit der wirkenden Kräfte definiert ist und Gesundheit und Krankheit als dynamisches Geschehen sieht. Das Chi, welches alle Teile der Einheit Mensch miteinander verbindet, wird als wesentlich betrachtet. Durch die Behandlung von Akupunkturpunkten und Meridianen kann so auf das Gesamtsystem eingewirkt werden.

Der Kern der kinesiologischen Perspektive besteht also in einer Verbindung zweier ganzheitlicher Ansätze aus der westlichen und östlichen Kultur. Die ganzheitlich-westliche Sichtweise (Triade der Gesundheit) betont die funktionell-physiologischen und strukturell-anatomischen Aspekte während dem die ganzheitlich-östliche Sichtweise die Dynamik des Zusammenspiels in Form von Energiemustern ins Zentrum stellt.

Diese Synthese ist ein wichtiger Bestandteil der Kinesiologie. So werden die Ergebnisse der kinesiologischen Muskeltests als Balance oder Dysbalance des Chi interpretiert und das Chi – dafür wird in der Kinesiologie häufig der Begriff Energie gebraucht – rückt in den Fokus der Therapie (Etymologisch: „Energie“ von griech. „en-érgeia“, “wirkende Kraft“).

Aus dieser Betrachtungsweise stützen sich die Ergebnisse und Interpretationen der kinesiologischen Muskeltests auf ein weitgefasstes ganzheitliches Modell, das situativ systemübergreifende Verbindungen und Bezüge sichtbar macht, welche die ganzheitlich-westliche Sicht ergänzen.

Weitere Modelle
Schon die Begründer der Kinesiologie waren ausgesprochen offen gegenüber neuen Ansätzen der Therapie. Diese Offenheit hat viele Therapeuten angeregt, sich an der Entwicklung der Kinesiologie zu beteiligen. Eine Folge davon ist, dass verschiedene weitere Modelle die Methode prägen, die als gemeinsamen Nenner ein von Autonomie geprägtes Menschenbild haben, dessen Gesundheitsverständnis die Selbstregulation an oberste Stelle setzt und Therapie vor allem als Stärkung derselben versteht.

In der weiteren Entwicklung der Kinesiologie wurden vor allem neurophysiologische Ansätze zur Beschreibung der Einheit von Körper (Struktur und Biochemie) und Psyche beigezogen. Die aus der Forschung bekannten Bezüge zwischen Geist und Nervensystem werden verwendet, um zu erklären, wie sich diese Bereiche gegenseitig beeinflussen. Auf diese Weise wird die Wirkung therapeutischer Handlungen erklärt.

Der Einfluss folgender psychologischer Konzepte auf die Kinesiologie war ebenfalls erheblich.

  • Die Humanistische Psychologie (Maslow, Rogers, Perls u.a.) fand sowohl in Bezug auf die Philosophie wie auch die praktische Arbeit Eingang in die Kinesiologie.
  • Systemische Ansätze (Glasersfeld, Satir, Watzlawick u.a.) fanden ebenfalls Eingang in die Kinesiologie. Wesentliche Elemente der Methode sind konstruktivistisch geprägt.
  • Aus der Tiefenpsychologie (Freud, Jung, Adler) wurde vor allem die Vorstellung in die Methode integriert, dass das Unbewusste eine Rolle bei allen geistigen Vorgängen spielt. Dabei wird vor allem mit Ericksons Ansatz gearbeitet, welcher das Unbewusste als positive und bedeutende Quelle für Selbstheilungsprozesse sieht.
  • Wichtige Einflüsse kamen auch aus der Kognitiven Verhaltenstherapie (Beck, Ellis, Kanfer). Ausgehend von der gegenwärtigen Situation des Klienten wird in der Kinesiologie insbesondere auf Eigenwahrnehmung, Erkenntnis und Selbststeuerung geachtet.

Für das Verlernen alter / ungeeigneter und das Lernen neuer / angestrebter Verhaltensweisen eignen sich zwei wesentliche Arbeitsmittel der Kinesiologie – das Gespräch und das Muskeltesten – in besonderem Masse. Als essenziell gelten das Herausarbeiten der Ziele der Klientin / des Klienten und die Fortsetzung der Lernschritte im Alltag.

Die Stressmodelle von Walter Cannon, Hans Selye und Richard Lazarus gehören ebenfalls zum klassischen Fundus der Kinesiologie. Die Stressforschung der letzten Jahrzehnte belegt, dass Stress krankheitsverstärkend ist. Im Gegenzug wirkt Stressabbau gesundungsfördernd. Auf diesem Gebiet sieht die Kinesiologie eine ihrer besonderen Stärken. Da das Bewegungssystem sehr fein auf Stressoren reagiert, lassen sich diese mit dem Muskeltest gut wahrnehmen. Gleichermassen lassen sich auf diese Weise auch die geeigneten therapeutischen Mittel finden.

Ein weiteres Modell fokussiert auf die Beziehung und Kommunikation zwischen Klientin / Klient und Therapeutin / Therapeut. Die therapeutische Wirkung wird nicht nur durch einzelne Techniken erzielt, sondern vor allem durch den gesamten Handlungsbogen. Ist dieser nach den Gesetzmässigkeiten eines Übergangsrituals aufgebaut (van Gennep, Victor Turner), besteht ein therapeutisch wirksamer Rapport. Dadurch kann die Klientin / der Klient ihre / seine Haltungen und Handlungen in die gewünschte Richtung lenken und über die Selbstregulation finden positive Änderungen im Organismus statt.

Quelle: Methodenbeschrieb KineSuisse