Formen Befunderhebung

Information und Planung
Die Therapeutin / der Therapeut orientiert die Klientin / den Klienten über die Kinesiologie und führt dabei zum geeigneten Zeitpunkt den Muskeltest ein. Ausgehend vom Anliegen erarbeiten Therapeutin / Therapeut und Klientin / Klient gemeinsam einen Behandlungsansatz. Alle Schritte können mit oder ohne Muskeltest erfolgen. Die folgenden Aspekte sind Bestandteile der kinesiologischen Befunderhebung.

Gespräch
Die Befunderhebung ist ein interaktiver Prozess. Das Gespräch dient: • der Beschreibung des Problems / des Themas und der Zielfindung • der Klärung von allfällig erfolgten Abklärungen und Therapien • der Selbstwahrnehmung der Klientin / des Klienten bezüglich Körper und Lebenssituation • dem Erkennen von Zusammenhängen verschiedener Themenfelder wie Gesundheit und Krankheit, Lebenssituation, Beziehungen, Entwicklung, Psyche, Vision, Rolle, Leistung, Kreativität, Kultur, Umwelt und andere • dem Einbeziehen von Ressourcen der Klientin / des Klienten, der Therapeutin / des Therapeuten und der zur Verfügung stehenden kinesiologischen Möglichkeiten • der Rollenklärung • dem Erkennen, welche Schritte für die Klientensicherheit notwendig sind.
Zusätzlich können Informationen anderer Fachpersonen (Ärzte, Therapeuten, Psychologen, Lehrer etc.) in die Befunderhebung einbezogen werden.

Wahrnehmung der Körpersprache
Auch die Wahrnehmung und die Beobachtung der Körpersprache sind wichtige Teile der Befunderhebung. Dabei werden berücksichtigt: • Kinästhetische Aspekte (z.B. Haltung, Bewegung, Muskeltonus, strukturelle Prägungen, Mimik) • Auditive Aspekte (z.B. Stimme, Kommunikationsstil, Wortschatz) • Visuelle Aspekte (z.B. Augenkontakt, Blickrichtungen) • Energetische Aspekte (z.B. Ausdruck der Augen, Ausstrahlung, Vitalität)

Referenzsystem
Voraktivitäten sowie Nachaktivitäten dienen als Referenzsystem für Veränderungen im Laufe der Behandlung. Vor- und Nachaktivitäten sind beispielsweise das Aussprechen von Zielsätzen, das Einnehmen von Haltungen, Bewegungen, Handlungen, Vorstellungen, Reaktionen auf Substanzen / Stressoren. Hiermit wird die aktuelle themenspezifische Situation der Klientin / des Klienten vertieft wahrgenommen und gegebenenfalls mit Muskeltests sicht- und spürbar gemacht.

Testverfahren
Für die Befunderhebung stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung. Neben den Muskeltests und ihren Interpretationen werden Kombinationen aus Muskeltest und zusätzlichen Reizen verwendet. Das können Berührungen von Akupunkturpunkten oder Reflexzonen sowie Fingermodes etc. sein. Diese Testverfahren werden Challenge, Funktionskreislokalisieren und Therapielokalisation genannt.

Vernetzung
Die Informationen aus den verschiedenen Befunderhebungsmethoden stellt die Therapeutin / der Therapeut in den Zusammenhang der einzelnen Konzepte, Modelle und Theorien.

Quelle: Methodenbeschrieb KineSuisse