Therapieansatz


Der Therapieansatz ist geprägt vom Grundgedanken, dass die angemessene Lösung eines körperlichen, seelischen oder geistigen Ungleichgewichts und das Potenzial zur Veränderung im Klienten selbst zu finden ist. Dieser ganzheitliche Ansatz und die spezifische Vorgehensweise deckt eine grosse Breite übergeordneter Zielsetzungen ab: 6

  • Aktivieren der Selbstregulation
  • Initiieren und Stärken von Genesungsprozessen
  • Fördern und Erhalten von Gesundheit
  • Stressabbau und Stressmanagement
  • Erkennen und Lösen von blockierten Energiemustern
  • Schmerzlinderung
  • Entfaltung des eigenen Potenzials
  • Fördern eines selbstverantwortlichen, reflektierten, zielorientierten Handelns
  • Unterstützung von persönlichen Entwicklungsprozessen
  • Fördern eines Bewusstseins im Umgang mit Wohlbefinden, Beschwerden oder Krankheit 


Im geschichtlichen Rückblick hat sich die Kinesiologie in folgenden Bereichen bewährt:

  • Störungen der Selbstregulation: Begleitung bei Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten.
  • Physiopsychische Integration: Wahrnehmung von Körper, Emotionen, Gefühlen und Denken: Wahrnehmungsintegration; Interne Kommunikation
  • Körperstruktur, Haltung und Bewegung: Wahrnehmung, Stärken aufzeigen, Veränderungen fördern
  • Distress – Eustress: Wahrnehmung, Wahlmöglichkeiten, Stressbewältigung
  • Soziale Kommunikation / Persönlichkeitsentwicklung: Wahrnehmung, Wahlmöglichkeiten, Strategien, Verhaltensänderungen

Grundsätzlich ist jede kinesiologische Behandlung lösungs- und ressourcenorientiert sowie prozesszentriert. Die respektvolle Zusammenarbeit und das partnerschaftliche Erarbeiten von Zielsetzungen charakterisieren die kinesiologische Arbeit. 

Das Vorgehen entspricht sowohl in der Abfolge einer Behandlungsserie wie auch in einem einzelnen Behandlungsschritt dem Zyklus „Befund – Intervention – Evaluation“. Dieses zyklische Prinzip kommt sowohl im Makrozyklus (einzelne Behandlung, Behandlungsserie) wie auch im Mikrozyklus (kinesiologische Ausgleichstechnik, einzelner Balanceschritt, Teilbalance und Balance) zur Anwendung.

Die Evaluation als Teil eines Zyklus kann zugleich als Befund für den nächsten Zyklus genutzt werden.

Therapeutisches Vorgehen 

Die 4 Prozessphasen „Begegnen, Bearbeiten, Integrieren, Transferieren“ bestimmen das therapeutische Vorgehen und den Aufbau der Behandlung. Sie werden auf der Basis des jeweiligen Kinesiologie-Konzepts durchlaufen.
Das therapeutische Gespräch ist dabei ein zentrales Element aller Prozessschritte und in Kombination mit dem Muskeltest entsteht ein prozesszentrierter Dialog. METID Kinesiologie, KineSuisse 19.02.2016 16

Quelle: KineSuisse.ch

  

 

METID Kinesiologie, KineSuisse 19.02.2016 16 6.2.2

Begegnen 6.2.2.1 Entsprechend des unter Punkt 5. Befunderhebung beschriebenen Vorgehens wird die Situation der Klientin / des Klienten erfasst. Mittels verschiedener Befunderhebungstechniken und einer Interpretation der Muskeltestergebnisse werden Verbindungen der körperlich-seelisch-geistigen Ebenen sowie Zusammenhänge zwischen Befindlichkeit und Persönlichkeit des Klienten erhoben. Daraus legen Therapeutin / Therapeut und Klientin / Klient im Gespräch, gegebenenfalls mit Hilfe des Muskeltests das Sitzungsthema fest.

6.2.2.2 Das Thema / Ziel kann mit verschiedenen Voraktivitäten (siehe Kapitel 5. Befunderhebung) aktiviert und mit Muskeltests überprüft werden. Die gewählte Themenaktivierung wird am Schluss der Intervention durch Nachaktivitäten erneut überprüft und dient als Referenzsystem.

6.2.3 Bearbeiten

6.2.3.1 Die kinesiologische Balance besteht aus Berührungs-, Bewegungs-, Atem- und Energie-Arbeit mit einer grossen Vielfalt an kinesiologischen Ausgleichstechniken, dem Halten von Punkten zur emotionalen Stressreduzierung (ESR), dem Befreien von muskulärer Anspannung durch das Spindeln von Muskeln, dem Stressabbau durch Ausgleich von Über- und Unterenergien, der Schmerzlinderung durch Meridianausgleich oder anderen in Kapitel 9 beschriebenen Fertigkeiten. Diese Ausgleichstechniken werden laufend mit dem Thema / der Zielsetzung der Klientin / des Klienten und dem gewählten Konzeptansatz in Beziehung gesetzt. Diese Vorgehensweise ermöglicht der Klientin / dem Klienten vertiefte Erkenntnisse, beispielsweise zur Dynamik von Entstehungsmechanismen blockierender Muster, zu Problemschwerpunkten oder zu möglichen Lösungsansätzen (agogischer Ansatz).

6.2.3.2 Die Auswahl dieser Interventionen erfolgt in der Regel über Muskeltests, welche auch zur weiteren Differenzierung des Befundes hinzugezogen werden können. Muskeltests zeigen jeweils sehr direkt, anschaulich und spürbar die Reaktion des Organismus auf eine bestimmte Information bzw. einen „Reiz“. Dieses Vorgehen gewährleistet eine massgeschneiderte, auf die individuelle Situation des Klienten ausgerichtete Auswahl der Ausgleichstechniken / Balancen. Primär angesprochene Systeme können beispielsweise Gehirn, Muskulatur, Meridiansystem, Organsysteme, Haltungen oder Emotionen sein und Prozessfelder wie z.B. Wahrnehmung, Beziehung, Entwicklung oder Lernen einbeziehen.

6.2.4 Integrieren

6.2.4.1 Im Rahmen der Integration können die neuen, gewünschten Muster mit Muskeltests am Körper überprüft und als neue Möglichkeit verankert werden. Die neuen Muster können mit passenden Ausdrucksmöglichkeiten / Nachaktivitäten (Bewegungen, Aussprechen von Kernaussagen, Visualisation von Sinneseindrücken (Geruch, Geschmack, Töne, Spürinformationen) verankert werden. Dadurch wird der Bewusstseinsprozess vertieft und die Klientin / der Klient kommt in Kontakt mit ihren / seinen neuen Voraussetzungen für die Umsetzung ihrer / seiner Ziele.

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6.2.5 Transferieren

6.2.5.1 Zur Prozessunterstützung werden zusammen mit der Klientin / dem Klienten geeignete, auf das Thema bezogene Ressourcen ermittelt, mit deren Hilfe sich die Klientin / der Klient nach der Behandlung selber unterstützen kann. So kann der Selbstheilungsprozess z.B. über Affirmationen, Energieübungen, Körperübungen, Verhaltensänderung, Wahrnehmungsübungen oder gezielte Ernährung aktiviert und unterstützt werden. Im Gespräch werden die positiv erfahrenen Veränderungen gefestigt, damit die Klientin / der Klient die neu gewonnenen Verhaltensweisen selbstkompetent auf andere Lebensbereiche und Situationen übertragen kann.

Quelle: Methodenbeschrieb KineSuisse